Haltung und Zucht von reinrassigen Boas und Pythons
 
 

Acrantophis dumerili - Südliche Madagaskarboa

Acrantophis dumerili - Südliche Madagaskarboa

 

Die Dumeril’s Boa, Dumeril’s Madagaskarboa, oder auch die Südliche-Madagaskarboa, ist eine auf Madagaskar beheimatete Schlange aus der Familie der Riesenschlangen. Sie ist eine bodenbewohnendes Tier und dämmerungs- und nachtaktiv.

Die Grundfärbung der Südlichen-Madagaskarboa schwankt zwischen rotbraun – beige bis graubraun. Schwarze Flecken und Striche die sich unregelmäßig über den gesamten Körper verteilen bilden die Zeichnung der Tiere. Der Kopf ist deutlich vom leicht gedrungenen Körper abgesetzt und die Pupillen sind senkrecht geschlitzt. Der Schwanz der Dumeril’s Boa ist kurz, neben der Kloake befinden sich die Aftersporne. Die Größe liegt durchschnittlich zwischen 150 und 180 cm, es wurden aber auch schon Exemplare mit 220 cm gemessen. Wobei solch große Tiere wohl eher die Ausnahme sind. Sie bleibt damit etwas kleiner als ihre große Schwester die Nördliche Madagaskar-Boa, auch ist sie etwas weniger gedrungen und ein bisschen dunkler gefärbt als diese. Die Weibchen werden wie bei den meisten Schlangen etwas größer und schwerer als die Männchen. Die Südliche-Madagaskarboa ist ein wechselwarmes Tier. Wie alle Vertreter aus der Unterfamilie der Boas ist auch die Dumeril’s Boa lebendgebärend (ovovivipar).

Sie bewohnt neben der Insel Madagaskar auch die nicht weit entfernt gelegenen Maskarenen, aber auch auf der Insel Réunion wurden schon Vorkommen dieser Art verzeichnet. Der Lebensraum dieser Tiere sind teilweise die trockenen und heißen Gebiete im Süden und Südwesten von Madagaskar, wo sie dann aber nur in der Nähe von Gewässern und Flussläufen anzutreffen sind. Das weitaus größere Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die südlich gelegenen Regenwäldern der Insel.

Wie viele andere Schlangenarten benötigt auch die Südliche-Madagaskarboa eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Diese beträgt in den Regenwaldgebieten tagsüber etwa 65 bis 75 Prozent und steigt Nachts auf Werte von 85 bis 95 Prozent an. Es sind vor allem heiße Tage und Nächte in denen die Temperatur kaum fällt die das natürliche Klima dieser Schlangen bestimmen. Die Tagestemperaturen steigen auf etwa 28 Grad Celsius an, dies dürfte auch der optimale Temperaturbereich für diese Schlangen sein. In den trockenen gebieten im Süden fallen nur ca. 300 bis 500 mm Regen im Sommer, deshalb sind dort die Dumerilboas immer in Gewässernähe anzutreffen.

Die Südliche Madagaskarboa ist ein dämmerungs- und nachtakiver Lauerjäger. Das heißt, dass die Tiere nicht aktiv auf die Jagd gehen, sondern gut getarnt nur den Kopf aus einem Versteck heraus stecken. Nun warten sie geduldig bis sich ein Beutetier in den Bissbereich begibt. Dieses wird blitzschnell gepackt und im typischen Würgegriff erstickt. Am tage verstecken sich die Tiere meist unter dickem Laub, oder sie kriechen in abgelegene Höhlen und warten auf die Dämmerung. Die Jungtiere sind noch ausgesprochen gute Kletterer, diese Fähigkeit stellt sich aber mit zunehmendem Alter langsam ein. Dann klettern sie nur noch sehr selten auf Bäumen oder Sträuchern herum, was sicherlich auch an der nicht zu verachtenden Größe und folglich dem schweren Gewicht der Tiere liegt. Sie verbringen im Alter eigentlich die gesamte Zeit ihres Lebens am Boden, wo sie sich dann meist im trockenen Laub verborgen hält. Während der kühlen und trockenen Jahreszeit, von Mai bis Juli legt sie eine Winterruhe ein. Nach dem Erwachen beginnen die Weibchen mit der Suche nach einem geeignetem Geschlechtspartner. Die Paarungszeit der Südlichen Madagaskarboa geht etwa von September bis Ende Januar. Nach einer erfolgreichen Paarung werden in sechs bis sieben Monaten die 6 bis 17 Jungtiere lebend geboren.

Da der natürliche Lebensraum der Tiere auf der Insel stark gestört ist und auch in immer größerem Umfang zerstört wird wurde diese Art stark geschützt. Sie wurde in den Anhang-A des Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen, und genießt auch als Anhang-A Art der europäische Artenschutzverordnung den höchsten Schutzstatus. Das bedeutet dass Acrantophis dumerili in Deutschland nicht ohne Genehmigung der zuständigen Behörde gehalten werden darf. Bei Transport der Tiere muss die auch die Genehmigung der zuständigen Landesbehörde vorhanden sein, zusästzlich besteht für Wildexemplare ein gesondertes Schaustellungs- und Vermarktungsverbot. Beim Im- oder Export von Acrantophis dumerili gelten besondere Bestimmungen. Es muss eine Gehnemigung des Bundesamts für Naturschutz vorhanden sein, zusätzlich schreibt die Bundesartenschutzverordnung vor, dass Reptilienarten des Anhangs-A der europäischen Artenschutzverordnung zum Zwecke der Wiedererkennung des Tieres kennzeichnungspflichtig sind. Im Falle von Acrantophis dumerili sind die Tiere laut Artenschutzverordnung mit einem Mikrochip (Transponder) zu kennzeichnen. Aber aufgrund eines Gutachtens, das die DGHT im Auftrage des Bundesamtes für Naturschutz angefertigt hat, hält das Bundesumweltministerium für Acrantophis dumerili nun doch eine Kennzeichnung mittels Fotodokumentation für Ausreichend.

Quelle:

www.pythonzucht.de © H.Kretschmer