Haltung und Zucht von reinrassigen Boas und Pythons
 
 

Python regius - Königspython

Die systematische Einordnung des Königpythons

Familie - Boidae (Riesenschlange)
Unterfamilie - Pythoninae (Pythonartige)
Gattung - Python (Pythonschlange)
Art - Python regius (Königspython)

Schutzstatus: CITES/EU-Anhang B (d.h.Papiere und Anmeldung)

Der Köpy, wie er auch liebevoll genannt wird, ist eine der populärsten Schlangen in der Terraristik. Der Grund ist sein attraktives Äußeres, seine ruhige Art und für eine Riesenschlangen geringe Größe.
Das sind auch die Hauptgründe des sehr großen Importes dieser Riesenschlange. Er wird für wenig Geld in fast jeder Tierhandlung angeboten, denn deutsche Nachzuchten (DNZ) sind selten und teurer.
Trotzdem sollte man bei Neuerwerb auf eine DNZ zurückgreifen, denn Wildfänge bereiten mitunter große Schwierigkeiten. Das heißt nicht, das Nachzuchttiere problemlos zu halten sind. Dazu gibt es in nachfolgenden Ausführungen mehr.
Der lateinische Name ist Python regius, wird auch Ball Python genannt - da er sich bei Gefahr wie ein Ball zusammenrollt.
Diese positiven Eigenschaften des Köpy haben auch uns bewogen ein Tier zu besitzen. Der erste Köpy war ein Wildfang aus einer Zoohandlung, halb verhungert zur Schau gestellt. Haben "SIE" wieder aufgepäppelt, Gewicht: in 08/2004 = 490g, in 05/2006 = 1400g und in 06/2006 4 schneeweiße Eier abgelegt (Foto unter Zucht).
Aber züchten wollten wir eigentlich nicht. So kam der Zufall mit ins Spiel und der hieß eine Zuchtgruppe von 2,2 Tieren - das wars!
Mittlerweile hat sich die Anzahl der Tiere auf 6,6 erhöht. Darunter auch Pastells und Albino.

Beschreibung des Python regius, Körperbau

Der Körperbau des P.regius ist kurz muskelös mit stark abgestztem Kopf. Die Körperoberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit verschiedenförmigen Ornamenten die weiß-gräulich umrandet sind. Darin können Formen von der Grundfarbe auftreten. Der Bauch ist einfarbig elfenbein- oder porzellanfarbig.
Die durchschnittliche Gesamtlänge liegt bei 90-130cm und ein entsprechendes Gewicht von 1400-2000g. Die Weibchen werden größer und kräftiger wie die Männchen.

Vorkommen u. Klima

Große Teile Westafrikas, teilweise Zentralafrika bis in den Sudan. Diese Gebiete umfassen 3 Klimazonen. Nun werden Sie nicht wissen aus welcher Klimazone ihr Tier kommt.
Regenzeit:
Mai bis Oktober, am Tag bei Temperaturen um 30°C und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 70%. In der Nacht geringe Temperaturrückgänge.
Trockenzeit:
November bis Februar, am Tag bei Teperaturen auch um 30°C, in der Nacht zwischen 15 und 18°C. Die Luftfeuchtigkeit ist entsprechend geringer.

Lebensweise

Der P.regius kommt in der Savanne, im Buschland und in abgeholzten Urwäldern vor.
Dort lebt er am Boden, da sein Körperbau ein akrobatisches Klettern nicht ermöglicht. Jungtiere neigen eher dazu kleine Bäume und Sträuer aufzusuchen.
Er ist eine dämmerungs- und nachtaktive Schlange, die am Tage versteckt in Termiten- und Nagerbauten anzutreffen sind. Diese Bauten garantieren eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Gegen Einbruch der Dämmerung geht der Köpy auf Nahrungssuche.
Der Königspython betreibt eine passive und aktive Jagd. Die Beute wird erdrosselt und verschlungen.

Haltung und Zucht des Python regius, Haltungsbedingungen

Die Größe des Terrariums sollte für 1 Pärchen Köpys mindestens 120x60x60 cm sein. Wir halten unsere Tiere außerhalb der Paarungszeit getrennt. Bodengrund ist alles möglich, wir bevorzugen Repti Bark. Höhle zum Verstecken, Kletterast und Badeschale, Termometer und Hygrometer, Beleuchtung. Die Beleuchtung reguliert die erforderliche Temperatur im Terra. Um die optimale Luftfeuchtigkeit zu erreichen , wird täglich gesprüht.
Tagestemperaturen 28 - 30°C, örtlich etwas mehr, in der Nacht eine Absenkung von 5°C. Die Luftfeuchtigkeit beträgt tagsüber 50 - 60% und in der Nacht 60 - 80%. Beleuchtungsdauer 12 h täglich. Eine Temperaturabsenkung ist nur bei Zuchtabsichten notwendig. Mehr dazu unter dem Abschnitt Zucht.

Fütterung

Eigentlich! - frißt der Köpy jedes Futtertier, wenn es die entsprechende Größe hat und noch lebt. Dabei spielt es keine Rolle ob im oder außerhalb des Terrarium gefüttert wird.
5 von unseren 6 Köpys fressen Ratten, nur unser Nesthäckchen (Wildfang/weiblich) bleibt eisern bei Wüstenrennmäuse (lebend zu jeder Tageszeit innerhalb von 1 Minute). Die beiden Männchen (Wildfang) nehmen lebende und tote Ratten und auch Frost. Die 3 Weibchen (DNZ) nahmen lebende und tote Ratten und auch Frost. Eins dieser Weibchen nimmt nach 6monatiger Fresspause nur noch Wüstenrennmäuse lebend, tot oder frost. Wir können das nicht erklären, aber sicherlich wird sie eines Tages auch wieder Ratten fressen. Wichtig ist, das sie zur Zucht auf ein entsprechendes Gewicht kommt. Unsere Zuchtweibchen wiegen zwischen 1400 und 2500g.


Wenn mein Kopy nicht frißt!

(nach mehrmonatiger Fastenzeit)
1. Haltungsbedingungen überprüfen
2. Gesundheitszustand überprüfen
3. Einzelhaltung und Ruhe
4. Futtertiere wechseln (Farbe, Größe, Art)
Wenn das nicht hilft:
Sehr kleines Terrarium mit Platz für Versteck und Wasser, Temperatur und Luftfeuchtigkeit herstellen, kein Licht, absolute Ruhe, nach dem Sprühen kleines Futtertier zusetzen.

Persönliche Anmerkung: Alle meine Weibchen fressen Anfang des Jahres für 2 bis 4 Monate garnichts. Das Gleiche gilt für die Männchen. Wir bieten immer wieder Futtertiere an und dann geht es wieder los.
Eine weitere Möglichkeit ist die Rackhaltung. Mehr zu diesem Thema findet Ihr HIER. Ich finde das Thema wurde gut behandelt und stimme dem Verfasser zu.


Zucht

Um die Köpys zur Paarung zu stimulieren muß eine Kälteperiode eingelegt werden. Anfang November wird für eine Zeitdauer von 6 bis 8 Wochen stufenweise die Temperatur auf tagsüber 25°C heruntergefahren. In der Nacht reichen 18 - 22°C aus. Die Feuchtigkeit wird erhöht und die Paare werden zusammengesetzt. Das ist der Grund, warum die Paare im restlichen Jahr getrennt gehalten werden. Die Fütterung wird normal weitergeführt. Nach wenigen Tagen beginnt die Paarung. Die Tiere können zusammenbleiben, bis die Trächtigkeit des Weibchens offensichtlich wird (Körperumfang, Seitenlage). Das Weibchen wird nun seperat gehalten und erhält eine oder mehrere Schlupfboxen mit feuchtem Einstreu. Kleinere Futtertiere werden weiterhin angeboten.
Wir bringen in einem größeren Terrarium die 2 Böcke zu unseren 4 Weibchen. Sie suchen sich eine passende Partnerin und bleiben dann auch bei dieser. Es müssen genügen Unterschlupfmöglichkeiten vorhanden sein.

Buch Tip: Königspythons Lebensraum, Pflege und Zucht von Stefan Broghammer (M&S Verlag) Erfahrungen mit Farbzuchten.

www.pythonzucht.de © H.Kretschmer